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Schule und Wirtschaft im Fokus

29. September 2020
Foto: Alexandra Koch auf pixabay.com

KAB-Webtalk mit den Bundestagsabgeordneten Hoffmann und Rützel

Das KAB-Bildungswerk setzt unter dem Motto „Corona & Zukunft“ seinen Webtalk aus dem Frühjahr zur aktuellen Situation fort. Zum Auftakt waren die beiden lokalen Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann (CSU) und Bernd Rützel (SPD) mit dabei,

um nun schon zum zweiten mal gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Antworten auf die Frage zu finden, wie es jetzt in Politik, Kirche und Gesellschaft gut und konstruktiv weiter gehen kann. Im Fokus der Diskussion standen die Themen "Wirtschaft, Arbeit und Soziales" sowie „Bildung und Schule“, die in Kleingruppen aufgearbeitet wurden. Dabei zeigte sich, wie komplex und differenziert politische Maßnahmen wahrgenommen und entsprechend der eigenen Situation bewertet werden.
„Es ist wichtig, dass die Schulen wieder zurück in der Normalität des Präsenzunterrichts sind“, so Alexander Hoffmann. Zugleich berichteten Bürgerinnen und Bürger wie im Alltag von Schule und Familie mit Prävention und Quarantäne gerungen wird. Oder wie die Familien immer wieder nach Möglichkeiten der Alltagsbetreuung suchen müssen und zum Beispiel Aupairs Corona-bedingt ausfallen.

Auch die Feststellung von Bernd Rützel, „Die Wirtschaft konsolidiert sich zunehmend und die Stützungs-Maßnahmen der Regierung waren dazu hilfreich“, war gleichermaßen richtig und strittig. Einerseits wurde bestätigt, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Krise kommt. Zugleich thematisierten die Teilnehmenden, dass gerade Solo-Selbständige und Künstler noch immer von Insolvenz bedroht seien. Auch die Auswirkungen auf Menschen in Arbeitslosigkeit wurde kontrovers diskutiert.
So war es ein reger Austausch zwischen den Abgeordneten aus dem Wahlkreis Main-Spessart / Miltenberg und den teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern. Erkennbar wurde, dass die Situation in Familie und Schule aktuell deutlich mehr im Fokus steht als die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeit. Reinhard Lattin (Elsenfeld) vermutet dazu, „dass der Strukturwandel in der Wirtschaft durch die Corona-Krise erst richtig ausgelöst wurde und die großen sozialen Herausforderungen noch kommen.“ Bernd Rützel und Alexander Hoffmann boten an, auch über diese Veranstaltung hinaus im Gespräch zu bleiben. Ganz in diesem Sinne wies Robert Reisert (Hörstein) auf die jetzt mit Macht einsetzende Digitalisierung der Wirtschaft hin und forderte die Abgeordneten mit Blick auf die sozialen Folgen auf: „Wir müssen jetzt anfangen über eine 30- Stunden-Woche und die effektive Besteuerung der Digitalkonzerne nachzudenken.“

Dem KAB-Bildungswerk war es wichtig, immer wieder auch die Lehren aus der Corona-Krise für die Zukunft fest zu halten. Isolde Thiem (Großostheim) vermerkte dazu, dass von Schülern und von Lehrern der Unterricht in kleinen Gruppen als überragende Qualitätssteigerung für das Schulleben erlebt wurde. Sie forderte, „dass so wie für die Digitalisierung, auch für diese (analoge) Seite des Schulalltages entsprechende Strategien entwickelt und Gelder bereit gestellt werden.“ Damit konnte Reinhard Lattin im Namen der KAB am Ende feststellen, dass der Webtalk einen wichtigen Austausch möglich gemacht hat, weitere Fragen aber von Bürgern und Politikern gemeinsam entwickelt werden müssen. Das KAB-Bildungswerk wird unter dem Motto „sozial & gerecht“ weitere Angebote dazu entwickeln.

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